Wärmeverlust
Begleitheizungen sind überall dort im Einsatz, wo gelagerte und transportierte Stoffe nicht allein durch eine Dämmung gegen Wärmeverluste geschützt werden können.
Das jeweilige Medium muß mit einer Kombination aus Begleitheizung und Wärmedämmung seine optimale Temperatur erreichen oder halten können.

Durch eine Temperaturgefälle zwischen Innentemperatur der Rohrleitung zur Umgebungstemperatur ausserhalb der Dämmung entsteht ein ständig wirkender Wärmeverlust(blaue Pfeile).
Wird diesem Wärmeverlust ein gleich große oder höhere Heizleistung(roter Pfeil) entgegensetzt, bleibt die Temperatur unterhalb der Dämmung erhalten oder steigt an.
Der Wärmeverlust bei Rohren berechnet sich wie folgt.
Qv= (2 * pi * lambda * (Th - Tmin)) / (ln * (D/d)) ( Hier können Sie eine Wärmeverlustberechnung in Tabellenform online vornehmen)
| Qv | Wärmeverlust(W/m) |
| lambda | Wärmeleitzahl (W/mK) |
| Th | Haltetemperatur (°C) |
| Tmin | Minimale Umgebungstemperatur (ungünstigster fall) (°C) |
| ln | natürlicher Logarithmus |
| D | Rohrdurchmesser
mit Wärmedämmung (mm) ( Rohrdurchmesser + 2 x Isolierstärke) |
| d | Äusserer Rohrdurchmesser ohne Wärmedämmung(mm) |
Gleiches gilt nicht nur für Rohrleitungen, sondern auch für Behälter.

Die Formel zur Beerchung von Behälterverlusten vereinfacht sich etwas
Qv= (A * lambda * (Th - Tmin)) / s
Qv= Gesamtwärmeverlust(W)
A = Behältergesamtfläche (in m²)
s = Isolierstärke (in Meter!)
(sonst siehe oben)
^ Nach oben
Isolierung/Wärmedämmung
Wie
aus den oben gennanten Formeln und Darstellung leicht zu ersehen ist
die Wärmedämmung der Anlagen ein sehr wesentlicher Teil zur Erfüllung
der Anforderungen an die Begleitheizung.
In Deutschland sind
ausführliche Beschreibung zur Ausführung von Wärmedämmungen bei
Begleitheizungen im Arbeitsblatt AGI Q103 zu finden.
Grundsätzlich sind folgende Dinge zu beachten:
Auswahl des Dämmmaterials
- thermische Eigenschaften (Wärmeleitzahl und deren Temperturabhängigkeit bei sehr hohen Temperaturen)
- mechanische Eigenschaften
- chemical Verträglichkeit und Beständigkeit
- Beständigkeit gegen Feuchte
- Feuerbeständigkeit
- Kosten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Wärmedämmungzu montieren:
- Dämmung
auf direkt aufgebrachtem Heizleiter
- Dämmung
auf Heizleiter, der mit
Aluminiumfolie oder Klebeband aufgebracht ist
-
Dämmung mit auf der Rohrleitung
aufgebrachter Vordämmung
-
Dämmung mit vorgefertigten
Dämmschalen

Quelle: VE25 des VIK
Bei der Auswahl des um die
Dämmung liegenden
Wetterschutzmantels
sind folgende Überlegungen wichtig:
-
Wirksame
Feuchtigkeitsabweisung
-
Korrosionsbeständigkeit
gegenüber Chemikalien in
der Umgebungsluft
-
Beständigkeit
gegenüber mechanische
Beanspruchung
-
Mechanische
Widerstandsfähigkeit
-
Berücksichtigung
des Brandverhaltens
-
Kosten
^ Nach oben
Begleitheizungstypen
Je nach Anwendungsgebiet kann man die Begleitheizung in 3
verschiedene Grundarten einteilen:
Frostschutz (
als Sonderform der Temperaturerhaltung)
vermeidet Frostschäden am Objekt, Frostleckagen und Prozesschäden
Temperaturerhaltung
hier sind die Temperaturen höher als die Umgebungstemperatur (z.Bsp. 30°C), sodass
bei Stillstand der Anlage beheizt werden muss, um die richtige Prozesstemperatur vorzuhalten.
So wird z.Bsp. die Fliessfähigkeit von Stoffen erhalten oder verbessert.
(Öle, Gase etc)
Temperaturerhöhung
Hier gibt es die unterschiedlichsten Anforderungen wie
- Aufheizen der Rohrleitung/Tanks leer
- Aufheizen mit Produkt in der Rohrleitung oder im Tank
Hier können Sie Heizkreise online auslegen
Industrielle Anwendungen
Hier beispielhaft einige branchenspezifische Anwendungen. Da
die
elektrische Begleitheizung sehr flexibel und einfach in der Anwendung
ist,
hat sie sich in nahezu allen Branchen der Industrie durchgesetzt.
Installation,
Wartung und auch Zuverlässigkeit verhalfen der elektrischen
Begleitheizung bei
allen wesentllichen Prozessen der Industrie zu einem großen Aufschwung,
der noch immer anhält.
Hinzu kommt, dass die Regelbarkeit
zur wirtschaftlichen Anwendung der elektrischen
Begleitheizung,
speziell unter Kostenbetrachtung der Betreiber, diese Art der Beheizung
sehr lukrative macht.
Selbst wenn andere
Möglichkeiten zur Verfügung stehen, führen die genannten
Gründe
zum Einsatz der regelbaren und wartungsfreien elektrischen
Begleitheizung.

| Industriezweig | Anwendung |
| Öl und Gas | Schmieröl, Gasöl, Schmierfette, Additive |
| Petrochemie | Öle, Fette, Additive, Naphta |
| Chemie | Säuren, Laugen, Klebstoffe, Düngemittel |
| Pharmazie | Wachse, Stearate, Emulsionen |
| Kosmetik | Wachse, Öle, Fette, Pflanzenextrakte |
| Kraftwerke | Asche, Schwefel und Laugen |
| Lebensmittel | Brauereien, Melasse, Zucker, Fette, Öle, Butter |
Haustechnik / Gebäudetechnik

Bei
dem Einsatz der elektrischen Begleitheizung in der Haus- und
Gebäudetechnik unterscheidet man ebenfalls verschiedene Typen von
Begleitheizung
siehe
auch unser Seite Haustechnik
- Frostschutzheizung ( siehe auch unsere
Spezialseite zu diesem Thema)
Hierbei werden Rohre und Sicherheitsanlagen (z. Bsp. Sprinkleranlagen), ähnlich der industriellen Anwendung vor Frostschäden geschützt.
Dies ist insbesonder bei freiverlegeten Rohren, Rohren in ungeheizten Räumen(Tiefgaragen) und nicht frostfrei verlegten Erdrohren notwendig
Eine spezielle Anwendung des Frostschutzes und der Temperaturerhaltung ist auch die Teichbeheizung - Dach-
und Dachrinnenbeheizung (auch hier haben wir viele
Informationen auf einer Spezialseite zu diesem Thema)
Auch unter der Betrachtung der Klimaveränderung wird dieses Thema immer wichtiger. Wir haben auf usner Spezialseite einigen Informationen zu Schneelast und
Ausblick auf die zukünfitge Klimaveränderung zusammengetragen.
Es wird deutlich, daß der Schutz von menschen und Einrichtungen vor erhöhten Dachlasten und Eiszapfenbildungen immer wichtiger wird.
Zusammen mit einem speziellen Regelkonzept ist die Wirtschaftlichkeit des Systems gewährleistet und die Gefahren werden beherrschbar. - Warmwasserbegleitheizung
Bei dieser Art der Begleitheizung werden zwei verschiedene Betrachtungen zu Grunden gelegt.
Zum Ersten: Bei Großanlagen steigt die Gefahr des Leginoellenwachstumns in Rohrleitungen mit stehendem Warmwasser. Dies kann bei geschwächten Menschen (Krankenhaus, Altenheim) zum Ausbruch der Leginonellenerkankung führen. Deshalb setzt man hier die Begleitheizung ein, um durch kurzzeitiges Erhitzen des Wassers auf über 65°C in den Rohrleitungen diese Baktierien abzutöten. Dies ist mit geeigneten Materiialien und der dazu passenden Regelungstechnik in betriebsarmen Zeiten möglich.
zum Zweiten: Um an Zapfstellen möglichst schnell warmes Wasser zur Verfügung zu haben benutzt man einerseits Zirkulationsleitungen, aber eben auch aus wirtschaftlcihen Gründen die elektrische Begleitheizung. Da hierbei nur eine Rohrleitung benötigt wird, ergeben sich auch nur in einer Rohrleitung die Wärmeverluste (s.o.). Somit ist ein wirtschaftlicher Betrieb bei gleichzeitigem hohen Komfort gewährleistet. Hinzu kommt, das die Kosten der Installation zurückgehen, da das Verlegen der Heizbänder an der Rohrleitung sehr schnell und einfach ist.
Montage
Eine fachgerechte, den Planungsvorgaben entsprechende Montage ist Grundvoraussetzung sowohl für die wärmetechnische Funktion der elektrischen Begleitheizung als auch für den Personenschutz und den Explosionsschutz.
Das
erhaltene Material ist auf Übereinstimmung mit den Typ- und
Mengenvorgaben zu prüfen. Bei allen Heizleitungen sind die Vorgaben für
Typ,
Leistungsbereich, Spannungsbereich, Mengen und besondere
Spezifikationen zu
prüfen.
Die Montage kann erst beginnen, wenn die Rohrleitungen vollständig
montiert und druckgeprüft sind. Vor Beginn der Montage sollten die
Anforderungen überprüft
werden.
Die
beste Verlegung der Heizbänder oder der Heizleitungen ist
gestreckt am Rohr. Sprialiges Umwickeln der Heizleitung sollte
vermieden werden, da hierbei eine höhere Fehlermöglichkiet besteht
(spiraliger Abstand muss exakt gehalten werden, mechanische
Beschädigung im oberen Teil des Rohres. etc..)
Hier einige Anordungsmöglichkeiten
Zum
Ausgleich höherer Wärmeverluste an Flanschen,
Ventilen und sonstigen Einbauten
sind nach Vorgabe des Planers zusätzliche Leitungslängen
an den jeweiligen
Stellen anzubringen.
